Thassos 2001

Nach längerer Pause, zuletzt Lesbos 1997, verschlug es uns im August 2001 wieder auf ein griechisches Eiland. Unsere Wahl fiel auf Thassos, den "gründen Smaragd", und damit auf die nördlichste Insel Griechenlands.
Viele andere Inseln sind um diese Jahreszeit ausgedörrt und optisch nicht sonderlich reizvoll. Anders dagegen Thassos. Die Wälder reichen oft bis ans Meer und im Landesinneren findet man immer wieder sattes Grün.
Allerdings beschränkt sich dieser Zustand nur auf die Stellen der Insel die von den Waldbränden der letzten Jahre verschont wurden. (Nordosten der Insel)

Durchs grüne Landesinnere
 

Insel Kinira, nordöstlich vom Paradissos Strand
 
 

Die Anlage
Im Nordosten der Insel, 20 Minuten zu Fuß entfernt von der Hauptstadt Limenas, liegt die in den 60 iger Jahren erbaute Anlage Makryammos, was soviel bedeutet wie "großer Strand".
Vom Flughafen bis Makryammos fährt man mit Bus und Schiff  ca. 1- 1 1/2 Stunden.
 

 


 

Die Naturstein-Bungalows in Makryammos gibt es in unterschiedlichen Kategorien bis hin zur Luxusausführung mit Klimaanlage, 20 m vom Meer entfernt. Letztere leider nicht in den Kontingenten von TUI oder JAHN. Alle Bungalows liegen an einem Hang und sind über Treppen erreichbar. Von Außen entsteht ein sehr positiver Eindruck, die Innenausstattung jedoch ist beinhart!! Die Spanplattenmöbel sind original 60iger Bauweise und schwer baufällig. Im Kleiderschrank gab es mehrere Geckos, die in der Nacht seltsame Geräusche von sich gaben und unsere Sweatshirts als Toilette benutzten.
Kochmöglichkeit gibt es keine, Kühlschrank nur auf Bestellung. Das sollte man schon vor Reiseantritt erledigen, da man sonst bis zu 10 Tage warten muss!!

Das gepflegte Haupthaus mit Rezeption, Pool Tennisplätzen und großer Terrasse liegt direkt am Strand. Dort gibts u.a. Frühstück und Abendessen. Halbpension ist obligatorisch und sicherlich kein Reinfall.
Das gesamte Personal vom Chefkellner bis zum Spüler ist unheimlich freundlich und zuvorkommend.
Ebenso das Animationsteam welches vor allem bei unseren Kids (11 und 13 Jahre alt) bestens ankam.

Der im Reiseprospekt erwähnte Fitnessraum bestand aus einer Ruine eines alten Multifunktionsturmes und wurde primär als Abstellkammer benutzt.
 
 

Strände
Ohne zu übertreiben kann man sagen, dass der Makryammos-Strand wahrscheinlich der Beste der Insel ist. Der Weg zum 20km südlich gelegenen Paradissos-Strand lohnt sich da nicht mehr.
Die im Reisekatalog genannten Wassersportaktivitäten am Makryammos beschränken sich leider auf nur 2 Kajaks und 1 Surfbrett. Dafür lässt sich in der Nähe der vorgelagerten Insel ganz brauchbar schnorcheln.

Makryammos Strand mit "Hausinsel"
 

Trips in die Umgebung
Limenas
Die Inselhauptstadt hat im Stadtkern nichts zu bieten außer dem üblichen Touri-Kram. Die Reste des antiken Limenas jedoch dehnen sich weit über die heutige Stadt hinaus. Immer wieder stößt man auf die alten Stadtmauern, in den Hügeln der Umgebung gibt es einige sehenswerte antike Gebäude. Als Reiseführer hatten wir uns "Thassos, Samothraki" vom Martin Müller Verlag besorgt. Dort werden die Wege um das alte Limenas beschrieben. Auf jeden Fall ein empfehlenswerter, abwechslungsreicher Fußmarsch.
Von Limenas gehen auch die Busse in alle wichtigen Dörfer der Insel.


 

Hafen von Limenas

Limenas erreicht man von Makryammos aus zu Fuß entweder über die geteerte Straße (ca. 20 min.) oder über einen Höhenweg immer der Küste entlang in ca. 30 min.
Als Alternative verkehrt von einer Mole aus  1-2x täglich ein kleines Taxi-Boot nach Limenas für 500 Drachmen (oder jetzt 1,50 EUR). Das Boot legt die Strecke in ca. 20 min. zurück; die Fahrt macht dank des Käptn´s echt Spaß.
 

Höhenweg nach Limenas
 

Vathi Bucht und Chrissi Ammoudia
Direkt vom Haupteingang der Anlage geht eine Staubstraße in Richtung Chrissi Ammoudia. Die Wanderung bietet wenig Highlights, ist aber trotzdem als Abwechslung zum "Strandleben" empfehlenswert. Die Strecke eignet sich in den Abendstunden auch ganz gut als Jogging-Strecke.
Auf dem Weg nach Chrissi Ammoudia passiert man eine Marmor-Verladestelle und erreicht ca. 20 min später die Vathi-Bucht, einen noch fast unberührten Strandabschnitt. (Der erste Rohbau war gerade in Arbeit als wir daran vorbei kamen!!)
Chrissi Ammoudia liegt am Anfang des "Golden Beach" ein mehrere km langer Strandabschnitt, am Fuße des höchsten Berges Ipsarion. Mehr als Baden kann man dort jedoch auch nicht!
Die Rückfahrt ist mit dem Bus oder dem Taxi Boot möglich.
 
 

Inselrundfahrt
Sowohl mit dem Bus als auch mit dem Auto lässt sich die Insel in einem Tag umrunden. Besser ist es aber sich mehr Zeit für individuelle Ziele zu nehmen. Die um die Insel führende Straße ist zudem, bis auf wenige Kilometer im Süden, nicht sonderlich spektakulär.
 
 

Megalo-Kazaviti Mikro.Kazaviti und Panteleimonas Kloster
Die beiden im Landesinneren gelegenen Dörfer liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt. In Megalo Kazaviti lohnt es sich durch die wenigen Gassen zu wandern und auf dem Dorfplatz einen Ouzo zu trinken.
Wir waren noch vor 12:00h vor Ort und fast alleine. Sehr relaxing!!
 
 

Dorfplatz
 

Kirche

Die in unserem Reiseführer genannte Wanderung vom Mikro Kazaviti zum Panteleimonas Kloster kann man sich zumindest im August echt sparen. Wir sind die Strecke mit dem Auto gefahren. Sie ist völlig reizlos und führt nur entlang schattenloser Staubstraßen durch die von Waldbränden heimgesuchte Berglandschaft. Das Kloster sollte man sich jedoch nicht entgehen lassen. Absolute Ruhe - wir waren wieder die Einzigen. Eine kleine Tropfsteinhöhle mit Opferstock und Kerzenspende gibt es dort auch.
 

Theologos
Das wohl bekannteste Dorf auf Thassos und entsprechend viele organisierte Fahrten gibt es dorthin. Theologos ist zwar ganz nett, aber warum der ganze Rummel um dieses Dorf?

Tipp: Bis spätestens 13:00h vor Ort sein. Abends ist hier offenbar Massen-Touri Treff. Wir haben´s selber nicht erlebt aber mehrfach gehört!
 
 

Aliki

Von Makryammos nach Aliki fährt man mit dem Auto in ca. 30 min.
Auch hier gilt: früh vor Ort sein, am Besten vor 10:00h. (abends weniger Ouzo und das geht ganz leicht!!)
Aliki ist im Prinzip eine uralte Marmorabbaustätte. Die Bearbeitungsspuren im Stein kann man noch deutlich erkennen. Ein Pfad führt vorbei an antiken Mauerresten zum ehemaligen Abbaugebiet. Dort kann man sich auf weißen Marmorplatten von der Sonne braten lassen oder im seichten Wasser herumwaten.
 
 

Resümee:
Wer nicht unbedingt den großen Trubel braucht und Wert auf eine gepflegten Badeurlaub legt, ist in Thassos und in Makryammos ganz gut aufgehoben.
Landschaftlich eher durchschnittlich, keineswegs aber langweilig!


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