Capo Palinuro 1998


Capo Palinuro
 

Mal nicht im Flugzeug sondern mit dem Auto unterwegs sein - das wollten wir im Sommer 1998. Trotzdem sollte die Reise in ein sonnensicheres Gebiet mit satter Landschaft und Kultur gehen.

Capo Palinuro in Süditalien war angesagt, schlappe 1300 km. Die Kinder versprachen durchzuhalten und nicht nach 100 km zu fragen: "wie lange dauert´s denn noch??"
Trotzdem wurde ein Hotel ca. 350 km vom Ziel entfernt als Zwischenstopp gebucht und das hat sich dann auch als gut erwiesen.
Die letzten 120 km muss man sich nicht unbedingt nachts und ausgelaugt antun. Über kurvige Landstraßen geht es quer durchs Gebirge und langsam runter zum Meer.

 

 

Anfahrt und Klima



 
 
 

Die Anlage
Gebucht hatten wir die "Residence Trivento" eine weitläufige, auf einem Hang gelegene Anlage, ca. 2km von der "Stadt" entfernt. Auf der Web-Seite gibt´s Details.
Zwischen den zur Anlage gehörenden Appartements liegen verstreut weitere, im Privatbesitz befindliche Häuser, die teils an uralte Steinhäuser angebaut wurden. Es handelt sich hier um eine Art Denkmalschutz. Beim Kauf einer alten Liegenschaft muss ein Teil des Gebäudes bestehen bleiben und darf nicht abgerissen werden.

Die Appartements liegen ca. 1100-1800m vom Strand entfernt und bis zu 500m vom Pool. Dabei sind ordentliche Höhenunterschiede zu überwinden!!! Aber gerade das macht die Lage so außergewöhnlich.
 

Palinuro
Bedingt durch die eher später Anreise zum Ende der italienischen Ferien war nicht mehr viel los in der Stadt. Allemal besser als der übliche Touri-Rummel in der Hauptsaison.
Allerdings: Viele Lokale hatten bereits geschlossen und in den Wenigen, die noch die Stellung hielten saß man teilweise alleine.
 
 
 

Strand
Am nächstgelegenen Strand dem "Arco Naturale" gibt es gute Parkmöglichkeiten, zumindest Anfang September. Wie das in "Ferragosto" aussieht, also in der italienischen Hauptferienzeit (quasi der ganze August) kann man nur erahnen.
Ein gesund aussehender Gebirgsbach mit vielen Fischen mündet direkt am Strand ins Meer. Der Name "Arco Naturale"= natürlicher Bogen, geht auf die Felsformation am Strand zurück.

Die Strände in unmittelbarer Nachbarschaft waren alle sehr sauber und das Wasser kristallklar. Zu empfehlen ist der Buondormire Strand.
 
 

Mit dem Kajak oder einem Tretboot kann man an der spektakuläre Küste entlangfahren und, bei entsprechender Kondition, auf eine Motorbootfahrt zur Grottenbesichtigung, verzichten. Oder man landet einfach an seinem persönlichen Strandabschnitt an.
 

Trips in die Umgebung

Vesuv und Pompeii
Die Fahrt an der Küste entlang ist ein sehr kurvenreiches Auf- und Ab. Selten erreicht man eine Durchschnittsgeschwindigkeit größer als 30-40km/h.
Je nach Ziel wählt man besser die Autobahn(120km Anfahrt, aber dann geht´s voran) oder noch besser den Zug.
Der Zug fährt ab Pisciotta (ca. 20km von Palinuro entfernt) bis nach Neapel- ideal also für unseren ersten Ausflug zum Vesuv und nach Pompeii.
2 Stunden lang geht es, ständig durch Tunnels hindurch, zunächst  nach Ercolano/Portici.Von dort
besteigt man am Besten eins der bereitstehenden Taxis, die direkt zum Ausgangspunkt für die Gipfelbesteigung fahren. Achtung: Handeln nicht vergessen!!
 
 
 

 

Blick auf den Vesuvio
 

Oben angekommen wartet der Fahrer gerne 1-2 Stunden für die Rückreise.
Der Weg zum Gipfel ist nicht besonders anstrengend. Man benötigt ca. 20-30 min. Ein alter Mann verteilt Gehstöcke (sicherlich nicht ohne Hintergedanken ein paar Lire zu erhalten!)
Der Gipfel besteht aus dem "neuen Krater" der bei der Eruption in 9999 entstanden ist. Der "alte" Krater, entstanden nach dem Ausbruch der Pompeii verschüttete ist wesentlich größer.
Tatsächlich steigen noch überall die so genannten Fumarolen, gelbliche nach Schwefelwasserstoff riechende Schwaden, auf.
Natürlich dürfen auch Souvenierläden auf dem Gipfel nicht fehlen. Man kann hier farbenprächtiges vulkanisches Gestein erwerben oder einen "Vesuv-Kalender".

Nach der Besteigung des Hausberges von Neapel machten wir uns auf den Weg nach Pompeii. Mit der Bummelbahn fährt man direkt zum Hauptbahnhof in Pompeii. Von hier geht man ca. 1km durch die Stadt hindurch zu den Ausgrabungsstätten.

Die Ausgrabungen sind (noch!) einwandfrei erhalten. Großartigeres haben wir bis jetzt nur in Ephesus (Türkei) gesehen. Offenbar fehlt es aber an Geld die historische Stätte vor Umweltschäden zu bewahren.

                

Stadion von Pompeii                                                               Teil des alten Friedhofes
 
 

 


 
 
 

                    

Vom Ascheregen überrascht.........                                           Wohnhaus
 
 
 

 


 

Tempel
 

Punta Licosa
Ein weiterer Ausflug führte uns in das in Reiseführern gepriesene Naturschutzgebiet Punta Licosa. Leider waren hier unsere Erwartungen höher gesteckt als das, was wir tatsächlich vorfanden.
Viel Abfall an den felsigen, zum Schnorcheln eigentlich idealen, Küstenabschnitten vergällten uns die Laune.

Leuchttürme  am Capo Palinuro
Zum alten und neuen Leuchtturm ist es ein Spaziergang von ca. 30-60min., je nachdem wie weit man mit dem Auto fährt.
Mit Kinder ideal.

Entlang der Küste
Eine Küstenwanderung im klassischen Sinne ist nicht möglich, da teilweise 30m hohe, senkrecht abfallende Klippen dies nicht zulassen.
Trotzdem gibt es immer wieder kleine Stichstraßen (-pfade), die zu entlegenen Strandabschnitten führen.
 

Resumee
Palinuro ist eine Reise wert! Wer mehr unternehmen will kann auch noch an die Amalfi-Küste fahren oder Neapel besuchen; an Möglichkeiten fehlt es also nicht.

Für die Heimreise haben wir 22 Stunden am Stück benötigt. Staus.... Pannen....  ein schwarzer Fleck auf der ansonsten weißen Weste dieses Urlaubes.


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