Kroatien: Kvarner Bucht, Crikvenica

Eigentlich wollten wir dieses Jahr außerhalb der Hauptsaison in Urlaub fahren. Gemeinsam mit Freunden nach Thailand oder so...

Es kam aber anders und wir entschlossen uns (etwas spät) zu Dritt nach Kroatien zu reisen. In Italien waren unsere bevorzugten Ziele zu dem Zeitpunkt leider schon alle ausgebucht. Wohin also? Auf zubetonierte Strände (Originaltext im Katalog: "angenehme Betonflächen") wollten wir tunlichst verzichten. Da nur eine Woche Zeit zur Verfügung stand sollte die Strecke aber auch nicht zu lange sein. Wir entschieden uns für die Kvarner Bucht und da für den Ort Crikvenica. (spricht sich übrigens: Tsrikvenika).

Abfahrt war die letzte Augustwoche, Samstags um 3:00h. Um die Uhrzeit gab es schon Blockabfertigung am Tauerntunnel - Stau! Dann nochmals kräftiger Stau vor Rijeka. Nach insgesamt 9 Stunden und 560km standen wir dann an unserem Ziel dem Hotel Therapia in Crikvenika.

 

Das Hotel

Das über 100 Jahre alte **Hotel wirkt in allen Reiseprospekten und auf Bildern im Internet sehr romantisch und einladend. Die Außenbereiche wie Terrasse, Restaurant und Poolanlage hinterlassen auch einen ordentlichen Eindruck. Im Inneren könnte etwas mehr Sauberkeit nicht schaden. Es gibt unterschiedlichste Kategorien und Größen bei den Zimmern. Auch in punkto Qualität der Einrichtung weichen die Zimmer stark voneinander ab. Wir haben über TUI ein Doppelzimmer und ein Einzelzimmer gebucht.  Die Zimmerkontingente von TUI scheinen jedoch nicht die Besten zu sein. Das Bett unseres Sohnes war mit Ziegelsteinen unterlegt um ein weiteres Durchbrechen zu verhindern, die Bettlaken löchrig. Der Putz bröckelte schon ganz böse und das fensterlose Bad war völlig verschimmelt. Die Teppiche sahen aus als wären sie seit der Erstverlegung nicht mehr gereinigt worden.  Eigentlich schade diese Verwahrlosung. Wir hatten mehrfach Gelegenheit einen Blick in andere Zimmer zu werfen die etwas besser aussahen.

Die der Straße zugewandten Zimmer werden bis spät in die Nacht von Autos und vor allem Mopeds beschallt.

Auf der Website des Hotels wird leider mit Einrichtungen geworben, die es gar nicht gibt. Den auf der Homepage genannten Fitnessraum gibt es laut Auskunft der Rezeption nicht. Ebenso keine Discothek (brauch ich sowieso nicht!)

Leider war nur eine Buchung mit Halbpension möglich. Lieber testen wir doch jeden Tag ein anderes Restaurant!! Doch dazu hatten wir dann doch noch Gelegenheit. Nach unserem Geschmack war die Hotelküche nicht.

Insgesamt ist man wahrscheinlich in einer Privatpension oder im Fremdenzimmer (kroatisch: Sobe) besser untergebracht und davon gibt es genügend. Allerdings darf man bei einem Preis von ca. 35 EUR pro Person inkl. Halbpension auch nicht zu viel erwarten.

 

 
Hotelterrasse im ersten Stock

 

 

 

Hotelbar Terrasse mit Pool

 

 

 

Aussicht von Zimmer mit Meerblick ...und nochmals bei Tag

 

Es gab auch andere Zimmer Unser Zimmer

  

                     

       

Der Strand

In wenigen Minuten hat man vom Hotel den Strand von Crikvenica erreicht. Bis zum 1. September bezahlt man hier allerdings pro Nase 1 Euro Eintritt. Wer Schirm und Liege braucht zahlt nochmals ca. 11 EUR= 80 Kunar. Geboten werden Tischtennis, Poolbillard, Beachvolleyball sowie die gängigen Wasservergnügungen wie Banana-Boat, Tretboot etc.

Durch die vorgelagerte Insel Krk entsteht eher der Eindruck man befinde sich an einem größeren See als am Meer.

Im Wasser ist der Boden sandig, daher fehlt es an an Klarheit.  Es scheint aber sauber zu sein. (Blaue Flagge) obwohl in ca. 20km Entfernung eine riesige Industrieanlage steht, die nicht sehr Vertrauen erweckend aussieht.

Zum Schnorcheln haben wir keinen geeigneten Küstenabschnitt in der Nähe gefunden.

   

 

Die nähere Umgebung:Ausflüge

Plitvicer Seen: Allemal einen Ausflug wert. 2,5 Stunden sollte man allerdings für die 137km lange Anfahrt schon einplanen. Der Weg führt teilweise durch den überraschend grünen Velebit Nationalpark.

Um alle Seen zu besichtigen bräuchte man sicherlich 1-2 Tage. Es gibt jedoch auch eine Wegstrecke die an den schönsten Fällen der unteren Seen vorbeiführt und für die man ca. 2-3 Stunden benötigt. Rund um die unteren Seen gibt es etwas zurückgesetzt von den Wanderwegen einen Kleinbusverkehr der zwischen den beiden Eingängen des Parks hin und her pendelt.

Übersicht Gesamtgebiet. Die beiden grünen Punkte sind Eingang 1 und 2 Einstieg vom Eingang 1

 

 

 
Holzstege führen über die kleineren Seen

 

 

Überall sprudelt es  

 

Crikvenica: Man sieht deutlich, dass das Städtchen schon bessere Zeiten erlebt hat. Es gibt viele "Herrenhäuser", die leider zunehmend verfallen. Eine historische Innenstadt sucht man vergeblich. Das Zentrum besteht aus etlichen aneinander gereihten Bistros mit Touristenmenüs, Eisdielen und anderen kleinen Läden. Austauschbar mit vielen anderen touristischen Orten auf dieser Welt. Die Ortschaft geht mehr oder weniger übergangslos in die Nachbarortschaft Selce über, die auch nicht mehr zu bieten hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hotelruine

 

 

Novi Vinodolski: ca.15 min südlich von Crikvenica. In den Reiseführern hoch gelobt - unserer Ansicht nach ohne jeglichem Charme!

Rijeka: besser nicht!

Höhlen von Pistoja: für Höhlenfans ein absolutes Muss! Die Höhlen liegen eigentlich in Slowenien, es bietet sich aber an bei der Hin- oder Rückfahrt nach oder aus Kroatien den kurzen Abstecher zu den Höhlen zu machen.

Fotos kann ich leider nicht bieten. Fotografieren ist Gott sei Dank in den Höhlen verboten. Besser mit offenen Augen die Eindrücke sammeln und auf der eigenen "Festplatte" ablegen. Wer will kann vor Ort DVDs mit Filmen/Bildern von der Höhle kaufen. Hier geht´s zur Homepage

Paklenica Park: wäre sicherlich einen Besuch wert, allerdings von Crikvenica eine satte Meile zum Fahren. Besser wäre da ein Ausgangspunkt weiter südlich. Das trifft wohl auch für die Krker Fälle zu.

 

Resümee

Kroatien wartet mit einer Reihe landschaftlicher Highlights auf. Die Städte/Dörfer die wir gesehen haben bieten allerdings bei weitem nicht den Charme italienischer Dörfer. Allerdings herrschte in einigen Gebieten hier noch vor wenigen Jahren Krieg.

Wenn uns unser Weg nochmals in diese Ecke führen sollte dann kommen wir sicherlich nicht als Pauschaltouristen sondern fahren gemütlich außerhalb der Saison die Küste entlang bis nach Dubrovnik. Falls man dann noch Lust auf Griechenland haben sollte kann man gemütlich mit der Fähre weiterschippern.