Sicherlich bin ich nicht der Erste
der ein paar Zeilen über Kreta schreibt, aber ich werde versuchen
nicht die klassischen Klischees zu bringen, oder wenn, dann nur kurz zu
streifen.
Der letzte Besuch war 1996, davor
1985. In diesen 11 Jahren hat sich einiges geändert, manches ist erfreulicherweise
so geblieben wie es war.
1985 waren meine Freundin (heute
Frau!) und ich als "Rucksackreisende" unterwegs, allerdings immer schön
brav am Zeltplatz. Einer der schönsten Zeltplätze, inmitten eines
tropischen Gartens, war in der Nähe von Malia. Er musste mittlerweile
einer Betonburg weichen. Nach 5 Tagen ging es weiter in Richtung Westen
und über Rethymnon per Taxi nach Süden. Wo wir landen würden
war uns nicht klar, der Taxifahrer gab uns nur zu verstehen er kenne jemanden
in einem netten Fischerdorf. Das Dorf hieß Malia und war damals noch
verschont von großen Hotelbauten. (wie in 1996). Auch gab es am Strand
noch keine sauber aufgestellten Liegestuhlreihen a la Bibione in Italien.
Trotzdem, die Lage und der Strand sind einwandfrei und man kann über
diese "Touri"-Sünden hinwegsehen.
Kalives
Blick
vom Appartement
1996 wählten wir als Startpunkt
Kalives, eine Ortschaft ca. 25 min. von Chania als "Stützpunkt"
aus. Rucksack war diesmal definitiv out! Unsere persönliche
Situation hatte sich in den Jahren um 2 Kinder verändert und so fuhren
wir mit 2 weiteren Familien für 14 Tage (so richtig mit fester Buchung
und so..) ins "Haus Karoline" in Kalives.
Die Fahrt vom Flughafen dauert
mit dem Taxi 20-25 min. und zunächst ist man von der Landschaft eher
enttäuscht. Es geht vorbei an der eher grässlichen Stadt
Souda und erst die letzten 10 min. kommt man in Urlaubsstimmung.
Die Besitzerin der Pension, Gisela
und ihr griechischer Mann, kümmerten sich um uns, als wären wir
bereits seit Jahren Stammgäste gewesen. Die Kinder, damals 6 und 8
Jahre alt, liebten sie.
Das Haus hat Wohnungen bis ca.
70 qm, Gisela vermittelt aber auch größere Einheiten wenige
Gehminuten entfernt. Auf einen Swimming-Pool kann man getrost verzichten,
das Meer ist wirklich nur 1-2 min. entfernt.
Die Ortschaft hat noch was - und
ist touristisch noch nicht voll "erschlossen".
Die Tavernen in unmittelbarer Nähe
sind alle o.k..
Seit wenigen Jahren verfügt
das Dorf sogar über eine Kläranlage, eher eine Seltenheit auf
Kreta.
Ganz in der Nähe fließt
ein kleiner Gebirgsbach ins Meer. Noch 100 m bevor der Bach ins Meer mündet
kann man sich von der Sauberkeit überzeugen. Selten haben wir so dicke
Forellen gesehen!
Alles in Allem also eine gute Adresse! Gisela hat mittlerweile eine eigene Homepage und man kann sich vorab schon mal was ansehen. http://georgioupoli.net/acc/karoline/index.htm
Samaria Schlucht
Schon sind wir beim ersten Klischee.
Für viele der Inbegriff von Kreta - die Samaria Schlucht. Von ganz
Kreta aus kann man die Busse zur Schlucht buchen und es schein ein gutes
Geschäft zu sein. Gravierender Nachteil der Busfahrt: Man kommt und
geht mit den Massen.
Wir haben mit einem (von Gisela
empfohlenen) Taxifahrer uns um 5:00h morgens auf den Weg zum Schluchteinstieg
gemacht und waren um 6:30h dort. Um 6:45h wird das Tor geöffnet und
man betritt eine um diese Uhrzeit noch einsame Schlucht.
Eins ist sicher: Ein Besuch lohnt sich.

Am Schluchteinstieg Die engste Stelle

Nichts für Turnschuhe!
Noch 2 Stunden............
In Agia Roumeli, am Schluchtausgang
kauft man sich eine Karte für das Schiff nach Chora Sfakion und fährt
mit dem Chania-Bus wieder zurück. Die Busfahrer halten meist dort,
wo man aussteigen will. (vorher mit Händen und Füßen erklären,
wo man raus will!!)
Imbros-Schlucht
Als alte Schluchten- und Höhlengänger
wollten wir die in einigen Reiseführern empfohlene Imbros-Schlucht,
ca. 13 km von Chora Sfakion entfernt, natürlich nicht auslassen. Fazit:
Netter Spaziergang durch eine relativ harmlose Schlucht. Dauer ca. 1 1/2
Stunden. (o. Kinder).
Aradena-Schlucht
Man fährt von Kalives in Richtung Süden, vorbei an Imbros, nach Chora Sfakion und hält sich dort rechts in Richtung Anopolis. Eine schöne Serpentinenstrecke mit sattem Ausblick führt hinauf ins Dorf.
Von dort gibt es dann eigentlich nur noch eine einzige Straße, die bis zur Schlucht führt. Über eine Stahlbrücke mit losen Holzplanken überquert man, die an dieser Stelle ca. 200 m tiefe Schlucht.
Auf der anderen Seite angelangt
stellt man das Auto am besten ab und es geht zu Fuß weiter.
Nun hat man die Wahl: Entweder
die harte Tour durch die Aradenaschlucht hindurch (3-4 Std.), oder immer
bergab den Fußweg nach Loutron(1- 1 1/2 Std.). Egal wie die Entscheidung
fällt, 2-3 l Wasser sollte man dabei haben. Es geht durch sengende
Hitze bzw. an einer nach Süden gerichteten Felswand entlang.
Blick
auf die Bucht von Loutron
Beide Wege sind sehr lohnenswert
und in Loutron einmal angelangt fühlt man sich so richtig wohl. Hier
gibt es tatsächlich keine Autos. Die Ortschaft ist wirklich nur zu
Fuß oder per Schiff erreichbar. Letzteres nutzen etliche Samariaschlucht-Wanderer
um Zwischenstation in Loutron zu machen bevor die Reise zurück nach
Chora Sfakion geht.
Chora
Sfakion
Résumé:
Kreta bietet Landschaft pur. Kulturinteressierte
und reine Badefans kommen ebenfalls voll auf Ihre Kosten.
2-3 Reisen sind mit Sicherheit erforderlich um
alles gesehen zu haben.
(Die Bilder dieser Page sind teilweise Standbilder einer VHS Videokamera von
1990 mit entsprechender Qualität! Sorry!)